Was mir beim Bloggen wichtig ist

Seit 1998 beschäftige ich mich mit der Konzeption und der Durchführung von Online-Projekten. Im Berufsleben, das bei mir meist nicht nur von „neun bis fünf“ reicht, und im Privatleben. Das erste eigene Projekt war meine Homepage. Das dürfte ebenfalls 1998 gewesen sein. Seit dem hat sich viel verändert.

schwede.de 2000

schwede.de in der Gestaltung vom März 2000 – Würde den Fragebogen übrigens in vielen Punkte heute ähnlich ausfüllen. Ungeduldig und Kämpferisch bis ich auch heute noch. Helmut Kohl ist weniger von Interesse.

Denn damals war es cool so etwas zu haben. Das reichte. Doch damit endete die Geschichte dann bald. Das Ding lief einfach so mit. Im Hauptjob konzipierte ich bald den Internetauftritt eines großen Versicherungskonzerns, lernte damit endgültig die Welt der Interaktion kennen. Begriffe wie Visits, Visitors, Click-Raten, Leads und Online-Anfragen drangen in mein Berufsleben ein. Damit war mein persönliches Online-Budget dann aufgebraucht – privat gab es Wichtigeres.

Plötzlich war ich Blogger

Ab 2004 belebte sich meine private Online-Welt. Ich begann, einmal pro Woche ein Foto online zu stellen und darüber zu schreiben. Meine Homepage wurde langsam zum Blog. 2007 folgten weitere Blog-Projekte. Dieses Blog entstand als Kulturblock. Dazu gab es bald ein Auto-Blog, das inzwischen den Großteil meines Zeitbudgets beansprucht. Und irgendwann folgte dann auch noch ein Blog für Pendler. Damit war ich einer dieser Blogger. Im Laufe der Zeit gab es noch viel mehr Ideen für spannende Themen und Projekte.

Aber Zeit ist endlich. Genug ist genug. Schon jetzt lässt sich nicht alles mit der gewünschten Intensität bedienen. Über das ganze Schaffen vernachlässigte ich oft die, die mir wirklich wichtig sind. Und dann steht das Wichtigste im Leben bald auf „Auf Messers Schneide“. Um das zu vermeiden, habe ich begonnen, einiges zu verändern. Sicherlich wird das kompliziert und gewiss auch nicht immer einfach. Doch ich weiß inzwischen, wie wichtig Konzentration ist. Nur mit der notwendigen Konzentration lässt sich Leidenschaft leben.

Weniger ist mehr!

Deshalb werde ich auch meine Blog-Landschaft bereinigen. Ich werde mich auch von Projekten trennen und von Themen verabschieden. Dafür im Gegenzug andere Themen stärken. Das Thema Bloggen selbst zum Beispiel. Mit Konzentration und Leidenschaft habe ich in diesen Artikel schon zwei Punkte beschrieben, die ich auch beim Bloggen wichtig finde. Sie sind schon eine gute Grundlage. Dazu sind in meinen Augen Qualität und Inhalte weitere Bausteine für ein gutes Blog.

Und damit ist Bloggen dann oft harte Arbeit. Nehmen wir zum Beispiel mal das Thema Versicherungen. Ich hätte in der Vergangenheit gerne ein Blog dazu gestartet. Doch aus Angst vor Konflikten, schließlich bin ich im Hauptjob unter anderem dafür mitverantwortlich, habe ich bisher kein Versicherungsblog auf die Beine gestellt. Dabei ist gerade beim Thema Versicherungen Aufklärung wichtig. Hier gilt – wie so oft im Leben – dass „Geiz gar nicht geil ist“.

Das ist ein Punkt der viele Versicherungsvertreter umtreibt. Denn Sie kämpfen im Alltag gegen den Druck der TV-Werbung, der etwas anderes erzählt. Dabei ist es doch einfach: Wer nur auf den Preis schaut, verzichtet oft auf eine geeignete Lösung. Über diese Probleme zu schreiben, ist in meinen Augen ein guter Ansatz, um als Versicherungsfachmann seine Dienstleistung als beratender Außendienst zu vermarkten.

Wobei ich dabei mit dem Ansatz der Vermarktung zurückhaltend wäre. Ich würde keinesfalls in jedem Artikel ein direktes Angebot zu meinen Leistungen platzieren. Mir würde reichen, mich auf der Seitenleiste mit einem Bild und meiner Vita zu präsentieren. Denn Corporate Blogging ist nach meinem Verständnis ein Content Marketing Instrument. Damit wirkt es über den mittel- und langfristigen Vertrauensaufbau. Und genau der funktioniert nicht, wenn das eigene Angebot zu plump im Vordergrund steht.

Auf den Eindruck achten!

Denn ein guter Eindruck ist für den Einstieg ins Empfehlungsmarketing 2.0 wichtig. Schließlich reden wir hier von einem Online-Angebot. Das muss sich verbreiten. Dazu zählt auch, dass andere es weiterempfehlen. Über Signale in Sozialen Netzwerken und über Links. Deshalb gehören in meinen Augen unbedingt Facebook, Google+ und eine Weiterleitungsmöglichkeit auf die Seite. Was dann aber auch einen entsprechenden Datenschutz-Hinweis erfordert.

Für alle Arten der Weiterempfehlung – auch Links sind am Ende nichts anderes – achte ich – inzwischen – bei meinen Blogs auch darauf, einen guten Eindruck zu machen. Eine gute Investition war die Rechtschreibprüfung des Duden. Die gibt es online oder als Erweiterung für Office-Programme. Natürlich vermeidet das nicht alle Fehler. Aber die gröbsten Schnitzer lassen sich so vermeiden.

Dazu hilft es in meinen Augen auch, die eigenen Texte auf Verständlichkeit zu prüfen. Ich verwende dazu das Online-Tool der Textagentur Wortliga. Bewährt hat sich auch die Praxis des Gegenlesens. Zumal sich in der Diskussion über den Text dann oft auch zusätzliche Aspekte für den Inhalt des Artikels ergeben.

Hilfreich dafür, dass Menschen Ihr Blog weiterempfehlen, ist auch die Aufbereitung auf der Seite. Kurze aktive Sätze. Dazu ein Gedanke ein Absatz. Das sollte alles Standard sein. Ich verstehe nicht, warum das so oft nicht der Fall ist. Dazu verpacke ich die wichtigsten Fakten oft auch in Aufzählungslisten. Damit fallen sie den Betrachtern, die eine ihnen unbekannte Seite oft zunächst nur überfliegen und nicht lesen, mehr ins Auge.

Gut funktioniert auch das Angebot von Bildern. Bleiben wir mal beim Thema Versicherungen. Wenn ich bei der Kfz-Versicherung über einen Maderschaden schreiben wollte, dann würde ich das immer mit einem Foto garnieren. Und dabei würde ich auch die Meta-Daten des Fotos pflegen, um an die Nutzer von Bildsuchmaschinen zu bedienen.

Auf den Inhalt kommt es an!

Damit verlassen wir den Bereich der Formalien. Und kommen zu des Pudels Kern. Denn am wichtigsten sind die Inhalte. Klingt abgegriffen, ist aber so. Und gerade da liegt doch für einen Versicherungsvermittler und sein Blog in meinen Augen die Chance. Kaum eine Berufsgruppe hat das Ohr so dicht am Kunden.

Damit kennt sie die Sorgen und Nöte ihrer Klientel. Daraus würde ich – natürlich anonymisiert – Geschichten machen. Denn wer sich nur etwas mit Menschen und ihrer Internet-Nutzung beschäftigt hat, der weiß: Menschen suchen im Netz Lösungen. Ich bin sicher: Wer die übersichtlich zu präsentieren versteht, findet mit seinem Blog ganz von alleine neue Kunden.

Zusammengefasst: Bloggen erfordert Konzentration und etwas Leidenschaft. Dazu aber auch einen Anspruch an die eigene Qualität. In meinen Augen gehört dazu deshalb auch eine Kontrolle der Rechtschreibung und der Verständlichkeit. Und natürlich auch gute Geschichten, die tatsächlich Fragen der Leser beantworten.

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