Kampf um Aufmerksamkeit

Der Kampf um Aufmerksamkeit nimmt manchmal interessante Züge an. Zurzeit muss sich Lego mit einem Trittbrettfahrer rumschlagen, der einen Steckbausatz des Hauses anders als der Rest der Welt interpretiert. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich hält nämlich den „Star Wars“ Bausatz „Jabba’s Palace“ von Lego für „pädagogischen Sprengstoff“.

Sie droht daher mit einer Klage wegen Volksverhetzung, die in Deutschland, Österreich und der Türkei eingereicht werden soll. Besonders interessant finde ich dabei Folgendes:

… ist Lego das Ziel des Protests der Türkischen Kulturgemeinde, nicht George Lucas. Schon aus praktischen Gründen, wie Obmann Kilic erklärt, denn sonst „müsse man bald die ganz Welt retten.“ …

Denn mit diesen Aussagen offenbart der von Spiegel Online zitierte Obmann der Vereinigung, dass die Anschuldigungen einfach ein Mittel zum Zweck sind. Da helfen auch alle weiteren gut gemeinten Erklärungsversuche des Herren nicht. Der Hintergrund der Aktion ist vermutlich sehr einfach. Herr Kilic möchte einfach mal etwas Aufmerksamkeit für die eigene Sache erzeugen.

Das ist dann wie bei der Frau mit der misslungenen PR-Offensive. Vor ihrer Klage gegen Google kannten 80% der Deutschen die falschen Rotlicht-Vorwürfe nicht. Herrn Kilic dürften in Deutschland bisher noch weniger Menschen kennen. Jetzt sind es sicherlich deutlich mehr als vorher. Trotzdem wird es am Ende genauso wie bei Frau Wulff sein. Denn die Aktion von Herrn Kilic ist ein Eigentor, das der Sache, die er vertritt, nicht dient.

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