Gemüse statt Pommes in der zone E

zone E – die kleinste Galerie in Essen

Mit nur vierzehn Quadratmetern ist die Galerie „zone E“ wohl kaum größer als die deutsche Einheitsküche. Für den Gaumen gibt es hier nichts mehr, aber dafür um so mehr für das Auge.

Dennoch oder vielleicht genau deswegen widmet man sich hier dem Gemüse an sich und im Besonderen. Mit nur vierzehn Quadratmetern Ausstellungsfläche ist die zone E die kleinste Galerie Essens und vielleicht des Ruhrgebietes.  Malereien und Skulpturen in großen Dimensionen werden hier wohl kaum zu zeigen sein, doch das Konzept in den "Räumlichkeiten" einer ehemaligen Imbissbude nahe des Museum Folkwang ist recht originell.

Rund um die Uhr ist die zone E beleuchtet. Auch nächtliche Spaziergänger können also in den Genuss der Gemüse-Architektur-Malereien von Antje Dorn kommen, die noch bis zum 15.April 2007 dort ausstellt.

Im Martin Gropius Bau und auch im Bauhaus Dessau hat die Berliner Künstlerin bereits ihre Arbeiten gezeigt. 1999 stellte sie Museum Folkwang aus. Im gleichen Jahr erhielt sie den Kunstpreis der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken des Sprengel Museums in Hannover.

"Imbisse" betitelt Antje Dorn sehr passend ihre Serie von Arbeiten, die sie in Öl und Lack, auf Bildträgern aus wieder verwendeten Offsetplatten produziert. Mit ihren großen, bunten Lettern, erinnern sie uns nicht nur daran, in Zukunft mehr Vitamine zu uns zu nehmen. "Kartoffeln, Bohnen und Salat als Mega-Zeichen im Kontext architektonischer Objekte" nennt sie Knut Wolfgang Maron, Medienkünstler und Kurator der Ausstellung. 

Im Anschluss an die Imbisse von Antje Dorn zeigt die zone E dann vom 20. April bis zum 7. Juli in der Ausstellung "Mini Retro" einen Rückblick auf das über 50jährige Schaffen des New Yorker Fotografen und Filmemachers Kenneth van Sickle. Zeichnen hat Sickle bei dem großen George Grosz gelernt und kam aber dann schon recht früh zur Fotografie. Bekannt wurde er mit seinem atmosphärischen Aufnahmen, von Szenen aus den New Yorker und Pariser Künstlermillieus. Sowohl das Metropolitan Museum of Modern Art als auch das Museum of Modern Art haben schon Arbeiten von ihm angekauft.

Vom Jazz beeinflusste schwarz/weiß Aufnahmen der 50er Jahre werden in der kleinen Ausstellung ebenso zu sehen sein, wie Fotomontagen der 70er Jahre und aktuelle Farbaufnahmen.
zone E vertritt darüberhinaus auch Fotografen wie z.B. Marc Grümmert und Janet Zeugner, den Maler Thomas Kemper und Klaus Küster.

Knut Wolfgang Maron-Dorn selbst versteht seine Galerie als einen asketischen Projektraum, der kompromisslosen Positionen der zeitgenössischen Kunst eine Plattform bietet. Medienkunst, Fotografie, Environment, Plastik und Malerei bilden die Schwerpunkte.

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