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Links ohne zu verlinken bei der WAZ

Was ist eigentlich Service? Für die Online-Ausgabe der WAZ gehören offensichtlich keine Links dazu. Denn die WAZ verzichtet lieber auf das Setzen von Links. Stattdessen beschreibt sie ihren Leser lieber die Navigation auf einer fremden Webseite.

Zeitungen bieten ihren Leser traditionell neben Nachrichten, Sport sowie dem Klatsch und Tratsch der bunten Seiten die sogenannten Service-Seiten. Die WAZ, nach eigener Angabe Deutschland größte Regionalzeitung, ist da keine Ausnahme. Doch was ist in der Online-Welt Service? Das Nennen von Online-Adressen, ohne sie zu verlinken, gehört für mich nicht dazu! Für die WAZ offensichtlich nicht!

Seit 2007 war die Tageszeitung WAZ online ein Teil des Portals „DerWesten“. Im vergangenen Jahr änderte die Funke Mediengruppe ihre Strategie. Jetzt verfügen die Einzeltitel der Gruppe über eigene Webseiten. Dort gibt es einen Mix aus kostenfreien und kostenpflichtigen Artikeln. Grundsätzlich in Ordnung, es wäre allerdings gut, wenn die Artikel zumindest etwas Online-Kompetenz beweisen würden.

Genau da hapert es bei der WAZ!

Der Artikel „Die Pegel der Emscher können online nachverfolgt werden“ ist ein schönes Beispiel. Dort erklären die Online-Redakteure, wo es im Internet Informationen zum Pegelstand der Emscher gibt. Denn bei Hochwasser drohen in weiten Teilen des Ruhrgebiets Überschwemmungen. Als Folge des Bergbaus sind Teile der Region in den vergangenen Jahrzehnten abgesunken. Der Essener Hauptbahnhof liegt – was die Höhe über Normalnull betrifft – zehn Meter unter dem Rhein.

Also erklärt die WAZ ihren Leser Folgendes:

Screenshot der WAZ online vom 26.02.2017

Screenshot der WAZ online vom 26.02.2017

 

Kein Witz, das steht da genauso! Links halten die Verantwortlichen für unnötig. Sie verzichten in diesem Text konsequent auf die praktischen Sprungmarken. Gut möglich, dass die „Redakteure“ der Online-Ausgabe den Artikel 1:1 aus der Printausgabe herauskopierten oder der Text sogar automatisch im Netz landete. Dann rühmen sich die Verantwortlichen sicher intern gern für den hohen Grad der Digitalisierung, den das Haus schon erreicht hat.

Online lieber ohne Service!

Aber eigentlich ist es völlig egal was, was die WAZ bewegt, auf das Setzen von Links zu verzichten. Die WAZ schafft es immer noch nicht, einen Printartikel für ihre Online-Ausgabe mediengerecht aufzubereiten. Da ist der Grad der Digitalisierung auch egal. Denn der Online-Beitrag dokumentiert eindrucksvoll, wie wenig (viele) etablierte Medienhäuser selbst 2017 noch vom Online-Markt verstehen.

4 Kommentare

  1. Genau das ist mir ebenfalls aufgefallen. Der Text sprach über ein Onlineangebot und verzichtete auf jede Hilfe.
    Hier meint digital jedoch nicht digitalen Inhalt, sondern Content aus der Printausgabe auch 1:1 online – obwohl die Onlineinhalte manchmal aktualisiert und/oder korrigiert werden. Digitalen Inhalt würde ich jetzt mal anders definieren: kanalspezifisch oder »angereichert«.

  2. Meister Neusprech

    Die WAZ schneidet online ziemlich oft die Köpfe der gezeigten Personen ab. Das sagt doch alles zum Aufwand, den die treiben. NULL KOMMA NULL und keinen Fitzel mehr!

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