Klicks um jeden Preis?

Wer online ein Blog oder Magazin herausgibt, der lebt von seinen Besuchern. Je mehr Besucher in der virtuellen Welt zu begrüßen sind, um so mehr klingelt die Kasse. Denn quasi alle professionellen Anbieter von Webseiten refinanzieren ihrer Tätigkeit mit dem Ausliefern von Werbung. Jede Seite, die den eigenen Server verlässt, wird dazu mit meist mehreren Werbebanner bestückt. Für jeden ausgelieferten Banner erhält der Webseitenbetreiber einen kleinen Obolus. Meist liegt die Vergütung für eine einzelne Seite im Cent-Bereich.

Aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist!

Und so summieren sich viele kleine Klicks zu größeren Beträgen. Vorausgesetzt die Besucher strömen reichlich und rufen möglichst viele Seiten ab, kann man davon sogar leben. Die Kuh will gemolken werden, um das Bild mit dem Vieh und den Mist fortzusetzen. Im Kampf um Klicks setzen viele Anbieter gern auf Bildergalerien. Die sind schnell produziert und daher billig. Inhaltlich sind sie oft zweifelhaft, ja richtiggehend Mist.

Die Meldung über den schweren Skiunfall von Michael Schumacher ergänzt das Motorsport-Magazin mit Crash-Bildern. (Screenshot vom Nachmittag)

Die Meldung über den schweren Skiunfall von Michael Schumacher ergänzt das Motorsport-Magazin mit Crash-Bildern. (Screenshot vom Nachmittag)

Denn Mist ist in meinen Augen die einzige geeignete Umschreibung für das Anbieten von solchen Galerien. Passend zu den Meldungen über den heutigen schweren Skiunfall von Michael Schumacher bietet Motorsport.Magazin.com eine Bildergalerie zu Schumachers schwersten Unfällen an. Da hat offensichtlich jemand jeden Klick nötig, denn mit Journalismus haben solche Angebote wirklich nichts mehr zu tun.

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