Die Kunstquadrate 07 – Blicke in die Zukunft

Die Vorschau vom 13.Mai 2007 hat bereits angekündigt, was sich am Freitag bewahrheitet hat. Sie wachsen, die Quadrate. Und das mit gutem Recht.

Am Freitag Abend wurden die Kunstquadrate 07 in der Mischanlage der Kokerei Zollverein eröffnet. 45 Künstler und 12 Kunstprojekte stellt das rasant wachsende Forum vor. Sowohl für die Künstler, als auch für das Publikum sind die „Quadrate“ mittlerweile eine feste Größe.

Am Sonntag hatten die Kunstquadrate 07 internationale Gäste. Denn zur großen Matinee in der Mischanlage kamen neben Bence Fritzsche, dem Chefredakteur der Künstlerzeitschrift "atelier", der Development Director des Chelsea Art Museum (Cam), New York.

Kunst und Karriere war ihr Thema, dass sie mit zahlreichen Teilnehmer aus dem Kunstbetrieb diskutierten. Auf großes Aufmerksamkeit durften sie naturgemäß hier nicht nur von den Künstlern selbst, sondern ebenso von Journalisten, PR-Experten, Galeristen und Sammlern erwarten.  Der Kunstmarkt ist zum Glück wieder in Bewegung geraten, fast wie am Ende der 80er Jahre. Deshalb besteht reger Informations- und in der Folge Vermarktungsbedarf.

Doch trotz des rasanten Wachstum der Idee "Kunstquadrate" ging es im Forum 07 sehr familiär zu. Der Plan, eine Kommunikationsplattform für die teilnehmenden Künstler anzubieten, ging auf.

Wie begegnet die Kunst dem Kommerz? Und wie umgekehrt?

Viele der "Debütanten" zeigten sich bereit beim Aufbau am Freitag begeistert von der ganz speziellen Atmosphäre der Räumlichkeiten und dem engen Kontakt untereinander. Mit Spannung erwartete z.B die Dortmunder Künstlerin Bärbel Thier-Jaspert, wie ihre interaktive Installation "k.tei.lei.chen." mit der benachbarten Projektion von Zbigniew Oksiuta in Zwiesprache geraten wird. Denn in der Dunkelheit der oberen Bunkerebene verwischen manchmal die scharf gezogenen Grenzen zwischen den einzelnen Objekten, so dass vollkommen unvorhersehbare und neue Eindrücke entstehen. Zur Eröffnung am Abend ergaben sich dann tatsächlich einige akustische und optische Überraschungen.

Die extreme Dichte der verschiedensten künstlerischen Ausdrucksformen und die rege Kommunikation zwischen Besuchern und Künstlern schafften eine sehr besondere Stimmung. Denn die Eröffnung der Kunstquadrate 07 litt nicht unter dem üblichen wein-nippenden und tratschenden Vernissage-Publikum. Im Gegenteil, die meisten Besucher kamen wirklich um die Kunst zu sehen und die Künstler kennen zu lernen.

Die Medienkunst, in der Hauptsache Projektionen, Videoinstallationen, Rauminstallationen und Fotografie bilden an diesem Wochenende den Schwerpunkt der Kunstquadrate 07. Parallel dazu finden in der unteren Ebene die "open photo days" statt. Unter fachkundiger Leitung kann hier der Besucher fotografieren, experimentieren, ausdrucken und schließlich selber zum ausstellenden Fotografen werden.

Immer mehr Künstler bewerben sich jährlich um die Teilnahme an der Schau, die spätestens seit der Kunstquadrate Messe im November 2006 weit über die Grenzen des Ruhrgebietes hinaus bekannt ist. Die Organisatoren Silvia Sonnenschmidt und Thomas Volkmann blicken deshalb bereits ins Jahre 2008. Mehr Platz für die Kunst und ein neuer Name werden nicht den Charakter der Kunstquadrate verändern, sondern nur ihre Rahmenbedingungen optimieren.

Die Kunstquadrate bekommen einen neuen Namen.

 "Zeitgenössische Kunst Ruhr" werden sie 2008 heißen, aber das Ganze dann nur auf Englisch. "contemporary art ruhr" wird die liebgewonnene Bezeichnung "Kunstquadrate" demnächst ersetzten. "Wir möchten mit dazu beitragen, dass im Ruhrgebiet eine Struktur für zeitgenössische bildende Kunst und ein lebendiger Austausch mit dem interessierten Publikum entsteht. mit dem neuen Namen möchten wir die gewachsene Qualität und das Entwicklungspotenzial unserer Veranstaltung bekräftigen.", so die beiden stets für die Kunst aktiven Veranstalter.

Zusätzlich zu den Künstlern, die sich bei den Kunstquadraten bisher immer autonom und eigenständig präsentierten, sollen 2008 auch Galerien die Möglichkeit bekommen, ihr Programm in diesem Rahmen vorzustellen. Streng getrennt natürlich von den Künstler-Präsentationen, denn deren Selbständigkeit soll unbedingt erhalten bleiben.

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