Medien-Kritik: BEAT – TV-Serie ohne Beat bei Amazon Prime!

Mit der TV-Serie BEAT schaltete Amazon Prime Video Anfang November seine zweite deutsche Eigenproduktion frei. Ich habe mir die Serie inzwischen angesehen und mir ein Urteil gebildet. Die Serie ist nicht empfehlenswert.

Die großen Streaminganbieter setzen im Kampf um Kunden zunehmend auf lokale Produktionen. Und so erzählen Regisseur Marco Kreuzpaintner und Drehbuch-Autor Norbert Eberlein einen auch in der Berliner Techno-Szene spielenden Plot. In den sieben Folgen tauchen die Protagonisten der Serie immer wieder tief ins Berliner Nachtleben ab. Trotzdem ist die TV-Serie BEAT „nur“ ein Thriller dessen Fäden manchmal im einer letztlich sehr klischeehaft dargestellten Techno-Welt zusammenlaufen.

Was bietet die TV-Serie BEAT?

Zwischendrin wirkt die Handlung wie ein frisch gestyltes Medley aus allerlei anderen Serien. Wirklich eigene Ideen fehlen den Verantwortlichen offensichtlich. Und so zeigt die Serie, wie ein fiktiver europäischen Geheimdienst ESI den Berliner Techno-Promotor BEAT als Geheimagenten anwirbt. Im Laufe der Zeit entwicklen der so eben Angeworbene und seine junge Agentenführern eine durchaus persönliche Beziehung. Wir merken, auch im Geheimdienst menschelt es.

Losgelöst davon kommt BEAT bei der gemeinsamen Verbrecherjagd einer jugendlichen Taschenausgabe des Universalbösen „Franz Oberhauser“ näher. Im Laufe sieben Folgen lassen die Verantwortlichen dieser Serie praktisch nichts aus. Der Bogen der Handlung spannt sich von  Wirtschaftskriminalität über Drogen- und Waffenhandel hin zu Erpressung sowie Menschen- und illegalen Organhandel.

Immer wieder tauchen Protagonisten wie aus dem Off auf und verschwinden teilweise genauso plötzlich wieder. Wobei Geschehnisse unaufgeklärt und nebulös zurückbleiben. Zwischendurch macht die Handlung einen Abstecher in die Welt der kriminellen Strukturen der Russen-Mafia. Daneben würzen die Verantwortlichen ihre Story mit einer Prise RAF, um dann einen Anlauf zur globalen Weltverschwörung der Geheimdienste zu schlagen.

Immerhin ist die TV-Serie BEAT mit Schauspielern wie Karoline Herfurth, Christian Berkel, Karl Markovics oder Waldemar Kobus und Claudia Michelsen durchaus gut besetzt. Ein Pluspunkt ist immer wieder auch die Kameraführung, die an bekannte Third-Person-Shooter erinnert. Insofern lässt sich handwerklich wenige negatives über die TV-Serie BEAT schreiben. Doch das ändert leider wenig an der teilweise wirren Handlung. 

Weniger ist mehr!

Denn die Breite des Plots geht bei dieser Serie definitiv zu Lasten der Tiefe. Damit unterscheidet sich BEAT von den erfolgreichen internationalen Vorbilder. Denn die guten Serien aus den USA glänzen in der Regel mit einer hohen Tiefenschärfe. Sie erzählen selbst Dinge, die für die letztlich immer lineare Handlungskette nicht wichtig sind, zu Ende. BEAT kann da nicht mithalten. Und so ist das Fazit zu der neuen Serie von Amazon einfach: Nicht empfehlenswert!

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